Analog oder digital fotografieren – oder beides?

Schon vor der Neugestaltung meiner Homepage hatte ich geschrieben, dass mich der „Analog-Virus“ gepackt hatte. Also war ich in den letzten Wochen des öfteren mit meiner Minolta XD-5 samt Objektiven von 24-200mm unterwegs.

Mittlerweile habe ich ein gutes Dutzend Farbfilme, vornehmlich Portra, aber auch Ektar 100, belichtet, entwickeln und scannen lassen. Hier kommt mein Fazit, dass sich ausschliesslich auf Kleinbild bezieht:

Ich bin ja mit Filmkameras gross geworden. So gesehen war das Fotografieren mit der Minolta wie ein Flashback in alte Zeiten. Das Laden der Filme, das Klacken des Spiegels, das Weiterspulen des Films – Erinnerungen wurden wach. Trotzdem musste ich ziemlich kräftig Lehrgeld zahlen. Es gibt halt keine Möglichkeit, das Bild nach der Aufnahme zu kontrollieren

Und das Ergebnis? Ja, man sieht, dass jeder Film seine Eigenschaften hat. Der Ektar 100 ist sehr kräftig in den Farben und sehr feinkörnig, die verschiedenen Portra-Filme sind farblich eher zurückhaltend und, zumindest der Portra 160, feinkörnig. Vor allem die Portras kann man kräftig überbelichten. der Ektar sollte möglichst korrekt belichtet werden. Die Scans zeigen das gut. Ich muss dazu sagen, dass es zwischen den Laboren und mir keine Absprachen bezüglich der Scans gab. Ich liess halt einfach machen. Meine Aufnahmefehler wurden offensichtlich. Aber es gibt ja PS oder Affinity….. Das abfotografierte Dia kann mMn gut mithalten. Durch das in SonyKameras integrierte DRO (hat meine A6000 auch) werden auch Details in ziemlich überbelichteten Bildbereichen sichtbar. Der jeweilige Film-Look allerdings verschwindet weitestgehend. Es wird halt ein Bild im Sony-Style. Eine weitere Möglichkeit ist es, die Negative mit einem Trommelscanner digitalisieren zu lassen. Daraus resultieren sehr grosse Dateien, die aber jeden “Fitzel” im Bild zeigen sollen. Habe ich aber selbst noch nicht getestet.

Der grosse Hinkefuß sind die Kosten. Addiert man sämtliche Aufwendungen – Film, Porto, Entwicklung und Scans – kommt man schnell auf rund 1 Euro pro Negativ. Der Scan per Trommelscanner schlägt sogar mit rund 20 Euro pro Negativ zu Buche. Dazu kommt als zweiter Nachteil der zeitliche Aufwand. Ca. eine Woche dauert es, bis die Scans abrufbereit sind.

Was folgt für mich daraus? Obwohl das Fotografieren mit den analogen Filmkameras richtig Spaß macht, ist alles, was danach kommt, zeitaufwändig und teuer. Anders mag es aussehen, wenn man selbst entwickelt. Und das Wichtigste: Qualitativ würde ich meine Bilder mit der A6000 höher einstufen als meine analogen Aufnahmen. Ich werde also weiter digital fotografieren und nur ab und an zur Minolta greifen,

Bedenkt bitte, dass sich meine Eindrücke nur auf Kleinbildformat (24x36mm) beziehen. Im Mittelformat oder sogar bei Großbild mag man zu anderen Ergebnissen kommen.

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